Mein Weg in die IT
Meine ersten Computer waren ein Commodore 64, später ein Amiga und ein Atari, dann in Wilhelmsdorf die ersten PCs mit Windows 3.1. Richtig begonnen hat meine Computerzeit erst in Berlin, wohin ich 1996 zog. Eine der wichtigsten Entwicklungen meines Lebens begann dort.
Linux und die Freiheit im Wort
In den späten Neunzigern entdeckte ich Linux, seit 1998 bin ich eine ausschließliche Linux-Nutzerin. Mich faszinierte, dass es kostenlos und frei war, frei im Sinne von Freiheit. Ich probierte SuSE und Red Hat aus, später Debian, Gentoo, Arch Linux und Linux From Scratch. Ich brachte mir ANSI C, Perl, Python und Bash bei und war von 2001 bis etwa 2006 Teil von Gentoo und der Gentoo-Community. Mit PHP kam ich über einen Freund aus dem Chat: Er empfahl es mir, und ich lernte es mit der gedruckten Funktionsreferenz, einem Texteditor und viel Ausprobieren.
APBoard
Nach etwa drei Wochen war mein erstes Forensystem fertig. Ich nannte es APBoard, „Another PHP Board“, und es wurde mehr als ein Forum: Es hatte einen Chat, Nachrichten zwischen den Mitgliedern, eine Bundesligatabelle und einen Formel-1-Liveticker. Die erste offizielle Version erschien am 13. Oktober 2000. Innerhalb weniger Wochen kamen zehn Versionen heraus. Die Software lief in Foren verschiedener Größe, auch beim Support-Forum eines Spielepublishers und bei einem Bundestagsprojekt zur elektronischen Demokratie. Eine Fan-Seite für RC-Panzer läuft damit bis heute. Auf dem Höhepunkt zählte die Community nach Angaben der Projektseite über 250.000 Mitglieder.
Irgendwann habe ich das Projekt aufgegeben, die Community entwickelte es bis 2006 weiter. 2023 begann ich, APBoard von Grund auf neu zu schreiben. Das heutige APBoard Next Generation nutzt PHP 8.5 und Docker. Ich wollte der Community von damals etwas zurückgeben.
Linux Counter und Berufsstationen
Das Linux Counter Project gab es seit 1993. 2011 war es fast tot, die Seite hatte sich in 18 Jahren nicht verändert. Ich schrieb dem Gründer, bekam innerhalb von Stunden eine Antwort und übernahm Projekt und Datenbank. Bis 2018 habe ich den Linuxcounter neu gebaut, mit neuer Domain, bereinigten Daten und neuen Statistiken. Es gab Interviews, Artikel in Zeitschriften, eine Erwähnung auf Slashdot, und der Wikipedia-Artikel nannte mich als Betreiberin. Dass ich über Jahre die Verantwortung für ein Stück Linux-Geschichte tragen durfte, macht mich bis heute stolz.
Beruflich ging es über Berlin, Süddeutschland und wieder Berlin: Verkäuferin im Elektrofachhandel, Support bei einem Anbieter von Alumni-Portalen in München, Webentwicklerin in einem Onlinehandel in Berlin. 2007 war ich zurück in Wilhelmsdorf und kümmerte mich im Kulturverein um Musik und Technik. Das Theaterhaus des Vereins ist ein alter Bauernhof mit Scheune, den meine Familie in Eigenarbeit umgebaut hat. Die Elektrik habe ich verlegt, und ich war lange für Ton und Licht zuständig, später auch für die Künstler.
Von Oktober 2015 bis 2022 war ich Head of IT und Webentwicklung bei der Akademie für Sport und Gesundheit in Radolfzell. Im Vorstellungsgespräch sprach ich über Webentwicklung und Linux-Server, und nach etwa einer Woche kam die Zusage. Seit Oktober 2022 arbeite ich als Senior Fullstack Webdeveloperin und Infrastructure Engineer. Heute betreue ich viele Dutzend Server für unterschiedliche Kund*innen, mit Docker, Traefik, GitLab CI/CD und Ansible.